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Remo und Frances Vetter

Lebensgenuss und Lebensqualität (er-)leben

 

PFLANZENPHILOSOPHIE

Remo Vetter pflegt den Garten des Naturheilkunde-Pioniers Alfred Vogel seit 26 Jahren mit viel Liebe. Ohne Stress. Wie das geht, beschreibt er im Buch «The Lazy Gardener».

Die Vögel zwitschern, Kuhglocken läuten, aber sonst ist es still. Paradiesisch still. Frances und Remo Vetter sitzen in ihrem Garten, sie stossen mit Champagner an und geniessen die Aussicht.

 

Die Sonne scheint auf die sanften, grünen Hügel des Appenzellerlandes. Und die Pflanzen im Garten gedeihen, blühen und wachsen.  

Eine Idylle wie aus dem Märchen – ein Märchen, das wahr geworden ist. Denn vor bald 30 Jahren ist Vetter in die Welt hinaus gezogen, um das Glück zu suchen, wie er sagt. So beginnen viele Märchen.
«Wenn man etwas sucht», hat Vetter auf seiner Reise gelernt, «dann kommt es einem oft entgegen.» Doch man müsse auch Geduld haben. Als er mit 22 Jahren seine Stelle in der Basler Chemie gekündigt hatte, wusste Vetter noch nicht so genau, wo die Reise hingehen sollte. Er wollte einfach den perfekten Ort finden.

 

So ist er vier Jahre lang durch Europa gezogen, hat Gärten gepflegt und Menschenbetreut. Er war unter anderem in Irland, im Tessin und in Skandinavien. In Irland hat er seine Frau Frances getroffen. Nach den Reisen wusste er: «Ich würde gerne auf dem Land leben und eigenes Essen produzieren.»

  

Sein Wunsch wurde wahr: An einem Sonntag Anfang der 80er-Jahre klingelte bei Remo Vetter das Telefon. Es war Alfred Vogel, den er während seiner Wanderjahre kennengelernt hatte. Der Naturheilkunde-Pionier suchte jemanden, dem er seinen Garten anvertrauen konnte. Vetter musste nicht lange überlegen. Er hatte den perfekten Ort gefunden. 1982 zog er mit seiner Frau nach Teufen.

Und an diesem Ort ist eine Lebensphilosophie entstanden, die Remo Vetter in seinem Buch beschreibt: «The Lazy Gardener» heisst es, also «Der faule Gärtner».

 

Ein etwas provokanter Titel. Vetter ist nämlich alles andere als faul. Seine Frau erinnert sich noch gut an die Anfangszeit in Teufen: «Er war ein fanatischer Gärtner, er ist wirklich um fünf Uhr aufgestanden und hat das durch-gezogen.» Bei jedem Wetter ging er hinaus: «Ich habe Schubkarren gestossen, bin mit verzerrtem Gesicht durch den Garten gestapft. Und Frances hat mir eines Tages die Handschuhe nachgeschmissen und - milde ausgedrückt – gesagt: «Machs selber, ich habe keine Lust mehr.»

 

  

Heute kann er über solchen Stress nur noch lachen: «Ich betrachte diese Person vor zehn Jahren und sage: Was macht eigentlich der Spinner da draussen?» Jetzt arbeitet er nach dem Lustprinzip. Wenn die Sonne scheint, geht er in den Garten, wenns regnet, arbeitet er im Büro. Auch hat er den Garten so organisiert, dass er weniger Arbeit macht.

  

Die Schädlingsbekämpfung überlässt er den Insekten, denen er im Garten Unterschlüpfe gebaut hat.  Das Einzige, was er noch jeden Tag macht, ist, die Erde mit einer Pendelharke lockern. Das dauert 15 Minuten. Vetter: «So brauche ich kein Fitnesscenter.»

 

  

Und damit kommt er dem Unkraut zuvor. «Die meisten Menschen reagieren auf etwas. Es ist aber besser, wenn wir agieren, also nicht erst dann etwas machen, wenn das Unkraut schon da ist. Das braucht dann mehr Zeit. Wir haben heute so viele Geräte, die uns Arbeit abnehmen. Und doch scheint es, als hätten wir immer weniger Zeit.»

 

   

Alles eine Frage der Organisation. Und eine Frage der Leidenschaft. Remo Vetter organisiert Kurse und Seminare, daneben ist er Gärtner und dreifacher Familienvater. Trotzdem bringt er alles unter einen Hut. «Man muss nicht unbedingt einen Garten haben, um sein Glück oder den Sinn des Lebens zu finden», meint Vetter. «Es kommt darauf an, dass jemand etwas findet, das er gerne macht. Und dass die Begeisterung nicht ins Fanatische kippt.»

 

Mit dieser Einstellung gewinnt Vetter Zeit – für seine Familie und seine Pflanzen, für ein Gläschen Champagner unter seinen Bäumen. Denn was nützt der schönste Garten der Welt, wenn man nie Zeit hat, ihn zu geniessen?

 

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